Download Aufsätze und Vorträge 1931 – 1980 by Julius Posener PDF

By Julius Posener

Indem ich mich mit der Herausgabe von Schriften beschäftige, die während eines halben Jahrhunderts entstanden sind, erkenne ich - zu spät -, daß nicht ich sie hätte herausgeben sollen. Auf mich machen sie heute einen Eindruck, in dem sich Ablehnung, bedingte Anerkennung und Erstaunen mischt. Es gibt da Aufsätze, die ich heute nur mit dem Seufzer aus der Hand legen kann: "Hätte der gute Junge das schöne Thema, mit dem er sich da beschäftigt, doch nur verstanden!" Es zuckt mir in den Fingern, den Aufsatz so zu schreiben, wie er hätte geschrie­ ben werden sollen. Vielleicht werde ich es in einigen Fällen tun. Zu den Aufsät­ zen, die ich ablehne, gehören natürlich auch die, in denen falsche Tatsachen über­ mittelt werden. Ich ärgere mich über das vorlaute Wesen, welches Dinge glaubte zu Papier bringen zu dürfen, von denen es nicht genug wußte. Auf der entge­ gengesetzten Seite der Skala stehen die Aufsätze, die mein Erstaunen erregen. Es sind diejenigen, die ich zum großen Teil oder auch ganz vergessen habe, und die mir nun als etwas Fremdes entgegenkommen und als etwas - warum sollte ich es denn nicht sagen? -, dem ich eine artwork Bewunderung nicht versagen kann. Der bei weitem größte Teil der Aufsätze aber fällt unter die Kategorie, die ich mit "be­ dingter Anerkennung" bezeichnet habe. Es gibt in ihnen gute Brocken, aber sie sind belastet mit Wiederholungen.

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Sie ist, um es noch einmal negativ auszudrücken, fast ausschließlich die Wahl der Formen und Farben, die uns am wenigsten quälen, zwingen, verwandeln: die uns die meiste Freiheit lassen. Beste Innenarchitektur unserer Tage: Feinnervigkeit bis zu letzter Distanzierung. Aber es ist nie die Distanzierung des ancien regime. Tessenow ist der zartnervigste Mann, den man kennt. Und der bürgerlichste. 1932 40 5 Die Brüder Perret (1932) Vor einigen Monaten hat Paul Zucker in der Deutsch-französischen Rundschau das Interesse der Gesellschaft auf die neue Architektur in Frankreich hingewiesen.

Ich höre ihn noch, seinen unnachahmlichen Sarkasmus, denn er hatte recht. Man entwirft nicht mit der Kamera. Bei Lichte besehen, sollte man auch nicht durch eine Stadt gehen, als höre man eine Symphonie, denn so waren die Städte nicht gemeint, die Sitte uns anzuschauen gelehrt hat. Da wir von ihm sprechen, so muß gesagt sein, daß auch Sitte es nicht so gemeint hat. Er hat stets das nüchterne "Warum" solcher Plätze und Platzfolgen gezeigt und wohl gewußt, daß man mit der Kamera nicht entwerfen darf.

Die meisten dieser Aufsätze sind im "Tagesspiegel " erschienen, und zwar nach 1970. Sie werden im letzten Teil dieser Sammlung vorgestellt. 47 6 Stadtbild und Geschichte (1962) "Geschichte im Stadtbild" heißt eine kleine Ausstellung von Amateur-Photographien aus Berlin, und der Gedanke lag nahe, mein Vortrag sei als Kommentar zu dieser Photoschau gemeint. Die kleine Ausstellung ist sehenswert: sie ist charmant, ich finde kein anderes Wort. Hier haben Liebhaber, in des Wortes echter Bedeutung, Berliner Szenen mit einem romantischen Zauber dargestellt, den das an den Berliner Alltag gewöhnte Auge kaum erwartet.

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